Du bist wertvoll!

„Montagmorgen. Öffentliche Verkehrsmittel. Alle ziehen ne Fresse. Ein kleines 6-jähriges Kind spielt, hat Spaß, singt, tollt umher, tanzt. Sagt die Mutter: Sei vernünftig, setz dich wieder hin. Auch das 6-jährige Kind setzt sich hin, zieht ne Fresse, alles wieder normal“, erzählt Speaker Gereon Jörn in der Tafelhalle Nürnberg. Das ganze Publikum lacht. „Es ist nicht normal, gut drauf zu sein in Deutschland.“

„Bei uns gibt’s doch irgendwie alles. Das ist doch betreutes Wohnen bei uns. Wenn man sich alles mal so anschaut: Medizin, die ganzen Systeme, Infrastruktur, Telekommunikation und so. Ist doch alles irgendwie super oder?“, fährt der bekannte Coach fort. „Trotzdem laufen wir hier draußen unglücklich rum. Wir haben so eine latente Unzufriedenheit in Deutschland. Wir sind immer alle müde. Ich glaube, dass 99% der Menschen gerne so unzufrieden wären wie wir hier in Deutschland.“ Die Ursache liegt laut Jörn jedoch nicht im Land, sondern in uns selbst. Die Ursache ist unser Selbstwertgefühl.

Was ist Selbstwertgefühl?

Wir fühlen uns oft wertvoll, wenn wir Erfolg haben, wenn wir geliebt werden, wenn wir gebraucht werden. „Und wenn das alles nicht erfüllt ist, bist du dann wertlos?“ fragt Gereon Jörn ins Publikum. „Dieses Gefühl nennt man Fremdwertgefühl“, erklärt er. „Ich bin dann wertvoll, wenn ich von anderen etwas bekomme.“ Selbstwertgefühl, das heißt: Ich fühle mich selbst wertvoll. Ich bin etwas wert. „Selbstwertgefühl hat nur etwas mit mir selber zu tun“, meint Jörn. „Dabei ist es losgelöst davon, wie viel Erfolg ich habe, ob ich geliebt werde, ob ich gebraucht werde. Das ist völlig egal.“ Oft verwechseln wir also das, was wir tun, unsere Leistung, mit unserem Wert.

„Hallo. Es geht um das Thema Selbstwertgefühl. Du bist nicht deine Leistung. Du bist nicht dein Ergebnis und du bist auch nicht dein Besitz. Du bist einfach wertvoll, weil du da bist. Bedingungslos.“

Drei Bereiche des Selbstwertgefühls

Laut dem Speaker befinden wir uns von null bis zwei Jahren im „Natürlichen Selbstwertgefühl“: Ich bin wertvoll, egal was ich leiste. Menschen mit natürlichem Selbstwertgefühl denken nicht „Tust du was, dann bist du was, dann hast du was“, sondern „Ich bin etwas, deswegen tue ich etwas und bekomme was“. Ab dem zweiten Lebensjahr beginnt es, dass wir nicht mehr bedingungslos wertvoll sind, sondern nur noch in bestimmten Situationen. Viele Kinder merken, dass sie irgendwie wertvoller sind, wenn sie bestimmte Dinge tun oder leisten. Das nennt sich dann „Tun-Selbstwertgefühl“: Ich muss bestimmte Dinge tun, um wertvoll zu sein. „Bis zum zwölften Lebensjahr können Kinder nicht unterscheiden, ob eine Kritik gegen sie als Person oder gegen ihre Leistung geht“, warnt Jörn. „Jede Kritik ist immer persönlich. Es folgt ein wertloses Gefühl.“ Schlussendlich kommen viele von uns ab zehn Jahren ins „Haben-Selbstwertgefühl“: Ich muss bestimmte Dinge haben, um wertvoll zu sein.

Wie groß ist dein Selbstwertgefühl?

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Wie kann ich meinen Selbstwert aufbauen?

Hier nennt der Top-Speaker einige Punkte, die ich im Folgenden auflisten werde:

1. Glaubenssätze:
Jeder Mensch hat in seinem Kopf Glaubenssätze. Das sind unsere Programme, unsere Muster, unsere Einstellungen zu einem Thema, die sich durch bestimmte Erfahrungen und Impulse verstärken. Diese Glaubenssätze sind der Ursprung für alles was wir tun und denken. „Wenn du merkst: In gewissen Situationen hätte ich gerne mehr Selbstwertgefühl, dann musst du dich erstmal fragen, was du davor gedacht und gefühlt hast und was deine Einstellung, dein Glaubenssatz zu diesem Thema ist“, sagt Jörn.

2. „man“ vermeiden:
Ein Mensch, der häufig dieses Wort verwendet, hat weniger Selbstwertgefühl. Er kann selten „Ich“, „Du“ oder „Sie“ sagen. Er fordert nicht auf, sondern informiert eine dritte Person.

3. „Nein“-Sagen lernen:
Ein Mensch, der nie „Nein“ sagt, hat wenig Selbstwertgefühl. Jedes „Ja“ zu einer anderen Person ist ein „Nein“ zu dir selbst. „Wenn Menschen nur bei dir bleiben, wenn du „Ja“ sagst und für die du etwas tust, solltest du unbedingt dein Umfeld ändern“, fordert Gereon Jörn auf. „Wenn du allen gefallen möchtest, bleibt einer auf der Strecke und das bist du.“

4. Lob annehmen und verteilen:
„Wenn du mehr gelobt werden möchtest, ist eines ganz wichtig: Freu dich über jedes Wort und teile dem Anderen das mit. Wenn du ein Lob bekommst, bedanke dich. Du wirst merken, dass sich der Andere dann gut fühlt, einen Ansporn kriegt und dich noch mehr lobt“, erklärt Jörn grinsend.

5. Sich selbst loben:
„Wenn Selbstkritik okay ist, dann muss auch Selbstlob okay sein“, klärt der Speaker auf. „Wenn du dich also das nächste mal selbst kritisierst, sofort „Stop“ sagen und dich mindestens einmal loben.“ Eine weitere Übung wäre, eine Liste mit zehn Dingen zu schreiben, die du an dir magst. Letzter Tipp ist, im Smartphone einen Serientermin zu starten. Beispielsweise jeden Tag eine Erinnerung um 15 Uhr mit der Nachricht „Ich bin wertvoll“ setzen und grundlos freuen.

6. Suggestionen (= sich selber etwas einreden):
„Der einzige Mensch, dem du alles glaubst, bist du selbst“, informiert Jörn. „Warum? Weil dein Unterbewusstsein nie bewertet was du dem so schickst. Dein Unterbewusstsein führt nur aus.“ Wenn du dir also einredest, wie blöd du bist und dass du so vergesslich bist, denkt sich dein Unterbewusstsein: Alles klar, das krieg ich hin! Jörn empfiehlt daher, sich positive Aussagen zu überlegen. Diese sollte man am besten drei Mal laut vor dem Spiegel mit großen Gesten aussprechen.

 

Quelle: Gereon Jörn zum Thema Selbstwertgefühl – NN-ExpertenForum 2017

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